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Update   > 24.01.2001 | Tai Chi Chuan AG Lahr e.V.
Was ist Tai Chi Chuan?
Das Übungsgut des Yang Stils
Der taoistische Hintergrund
Stellungen der Kurzform
Tai Chi Chuan
Tai Chi Chuan ist eine traditionelle chinesische Bewegungskunst, die der Erhaltung der Gesundheit, sowie der körperlichen und geistigen Erholung dient. Ein wesentliches Merkmal des Tai Chi Chuan ist die Ausgeglichenheit, bzw. der Verzicht auf Extreme. Dieser Grundsatz der taoistischen Philosophie findet in der Art und Weise, wie die Übungen ausgeführt werden, seinen Ausdruck. Beispiele hierfür wären die einheitliche Bewegung des ganzen Körpers, die Verbundenheit von Ruhe und Bewegung oder das Üben in einer Haltung innerer Aufmerksamkeit bzw. Achtsamkeit, statt Konzentration oder "Abschalten". Tai Chi Chuan entspricht dem Wunsch vieler Menschen nach einer natürlichen, ganzheitlichen und entspannenden Übungsmethode, die unabhängig vom Alter ausgeübt werden kann. Tai Chi Chuan zeigt eine Alternative zu unserem leistungsorientierten Verständnis von Sport auf, da es nicht auf Optimierung und Spezialisierung von Fertigkeiten zielt, sondern den Menschen in seiner körperlichen und geistig-seelischen Gesamtheit anspricht. Zum Tai Chi Chuan gehört eine Gruppe von Übungen. Die bekannteste Übung ist die sogenannte "Form", ein festgelegter Ablauf verschiedener ineinander übergehender Bewegungsbilder. Sie dient der Einübung der charakteristischen, langsamen, einheitlichen und bewußten Bewegungsweise des Tai Chi Chuan.

Meditation
Beim Tai Chi Chuan geschieht die Meditation in Bewegung. Die ungegenständliche Meditation, die beim Tai Chi Chuan geübt wird, entspricht dem Wesen der taoistischen Lehre. Die gleichmäßigen, fließenden Bewegungen ermöglichen das Entstehen und Beibehalten einer meditativen Geisteshaltung. Bei zunehmender Vertiefung dieser Meditation ergibt sich der Versenkungszustand. Die in vielen Abstufungen auftretenden Erleuchtungserfahrungen begleiten den Weg des Tai Chi Chuan, dessen geistiges Ziel die Wandlung zum "ganzen Menschen" ist.
 


Abb1: Cheng Man-Ching zeigt die Stellung "Peitsche"
Gesundheit
Tai Chi Chuan hat eine positive Wirkung auf unser Gesamtbefinden. Tai Chi Chuan beansprucht im Verlauf einer Einzelübung in ausgewogener Weise alle Muskeln, Sehnen, Gelenke und Knochen und bewahrt dadurch ihre Flexibilität. Die gerade Haltung des Rückens bewirkt einen Dehneffekt der Wirbelsäule, durch den die Bandscheiben von ihrem Druck befreit werden. Auch die Handlungsfähigkeit des Nervensystems ist von einer geraden Rückenhaltung abhängig. Unser Nervensystem reguliert alle Lebensvorgänge wie Verdauung, Atmung, Stoffwechsel, Kreislauf, Ausscheidung, Drüsenarbeit usw. und regelt unsere Beziehung zur Umwelt. Die Übungen des Tai Chi Chuan bringen eine Geschmeidigkeit der Muskeln hervor, die der Arbeit des Nervensystems förderlich ist. Im allgemeinen wirkt die langsame, ruhige Art der Bewegung beim Tai Chi Chuan entspannend und baut so Überreiztheit, Nervosität und andere Stresserscheinungen ab.

Körper Geist Seele
Nach Auffassung vieler östlicher Übungswege existiert keine faktische Trennung von Körper und Geist. Vielmehr stehen diese durch den sogenannten feinstofflichen Wesensbereich miteinander in Verbindung. Eine körperliche Übung, die sich auf den feinstofflichen Wesensbereich bezieht, wird daher immer auch als Weg zur Entwicklung einer natürlichen Spiritualität gesehen. Das Feinstoffliche ermöglicht es dem Menschen, sich als "ganz" und mit seiner Umwelt und seinen Mitmenschen "verbunden" wahrzunehmen. Eine dualistische Weltsicht, in der es Kategorien wie "gut" und "böse" gibt, soll transzendiert werden und uns dadurch zu unserem wahren Wesen führen. Im Tai Chi wird der Arbeit mit dem feinstofflichen Wesensbereich eine große Bedeutung beigemessen.
 

Abb2: Cheng Man-Ching zeigt die Stellung "Fauststoss"
Cheng Man-Ching
Cheng Man-Ching (1900-1975) war der letzte Schüler des Tai Chi Chuan Großmeisters Yang Cheng-fu (1883-1936), der ihm die geheimen mündlichen Überlieferungen des Tai Chi Chuan eröffnete, die bis dahin nur wenigen Eingeweihten bekannt waren. Cheng Man-Ching wurde auch " Meister der fünf Vortrefflichkeiten" genannt: Medizin, Malerei, Dichtkunst, Kalligraphie und Tai Chi Chuan. Aufgrund seines umfassenden Wissens und seines tiefen Verständnisses für Tai Chi Chuan unterschied sich sein Unterricht in Art und Inhalt gravierend von den anderen Strömungen.